Haparanda Stadshotel
14.10.2022

Die Nacht vor der Revolution: Als Lenin im Haparanda Stadshotell eincheckte

Haparanda-Tornio war ein Schmelztiegel zwischen West und Ost. Heute ist es eine Zwillingsstadt, die in Schweden, Finnland und zwei verschiedenen Zeitzonen liegt. Mittendrin: das Stadshotell. Sein berühmtester Gast nächtigte hier, ehe er weltberühmt wurde.

Das Haparanda Stadshotell ist eines der berühmtesten Hotels der Jahrhundertwende, das heute, liebevoll restauriert, im früheren Glanz erstrahlt. Mit diesem charmanten Hotel aus dem Jahr 1900 hat sich die Inhaberin Susanne Wallin ihren eigenen Traum verwirklicht. Bereits mit 16 Jahren hatte sie ihre Karriere im Haparanda Stadshotell begonnen und seither davon geträumt, es einmal zu leiten.

Das sorgsam ausgewählte Interieur und die mit Liebe zum Detail gestalteten Räumlichkeiten werden fortlaufend gepflegt und in Stand gehalten. In diversen Speiseräumen, unterschiedlich in Größe und Charakter, werden die Gäste mit köstlichen, regionalen Spezialitäten verwöhnt. Der Küchenchef und sein Team kreieren voller Hingabe erlesene Geschmackserlebnisse.

Die 92 eleganten und mit hochwertigen Materialien gestalteten Zimmer haben ein großes Doppelbett, ein eigenes Bad, TV und WLAN. Von der hauseigenen Sauna öffnet sich ein Panoramaausblick bis in die Zwillingsstadt Tornio und den weltweit einzigen Golfplatz, der in zwei Ländern liegt. Tarja Mäkimaa vom Stadshotell haben wir gebeten, die besondere Ortshistorie aus ihrer Sicht für SchwedenPur zu schildern. Dies ist das Ergebnis:

"Einst war Haparanda ein Ort, an dem der Osten auf den Westen traf, ein Treffpunkt für Spione, Räuber und Kriegsgewinnler. Wenn die Mauern des Stadshotells sprechen könnten, wären wir mehr als gespannt darauf zu hören, was hier einst vor sich ging."

Um das wilde Leben in Haparanda ranken sich viele wahre Geschichten, aber auch eine Menge Märchen. Es war ein Schmelztiegel aller möglichen Menschen und Nationalitäten und manchmal kochten die Emotionen hoch. Anschuldigungen und Gerüchte über Spione (laut einer russischen Zeitschrift befanden sich 1916 mehr als 217 Spione in Haparanda) und Agenten kamen auf.

Mit dem Aufruf des Videos erklärst du dich einverstanden, dass Daten an Google bzw. Youtube übermittelt werden.

Das Haparanda Stadshotell auf der schwedischen Seite der Zwillingsstadt Haparanda-Tornio ist das älteste Stadthotel im Norden Finnlands und Schwedens. Unsere Geschichte macht uns einzigartig. Außerdem ist das Hotel in Familienbesitz, was uns die Möglichkeit gibt, eigene Entscheidungen zu treffen und flexibel zu sein, um die Gäste bestmöglich zu bedienen und ihre Wünsche zu erfüllen.

Die Bauarbeiten am Haparanda Stadshotell waren im Jahr 1900 abgeschlossen. Es war ein repräsentativer Ort mit einem großen Speisesaal, einem Café, einem Ballsaal mit Musikerbalkon und zwei verschiedenen Salons, einen für die Damen und einen, in dem die Herren ihre teuren Zigarren genossen.Heute wollen wir diese historische Atmosphäre des Haparanda Stadshotells unbedingt erhalten. Gleichzeitig darf man aber nicht vergessen, dass sich die Zeiten geändert haben und die heutigen Bedürfnisse ganz andere sind, weshalb wir das Hotel auch zeitgemäßer und komfortabler gestalten wollen.

Prächtige Säle mit aparter Atmosphäre
Eine Sache, die am Haparanda Stadshotell besonders auffällt, sind die öffentlichen Bereiche. Prächtige Säle sind da für Konferenzen, Bankette und Tagungen, aber auch, um sich irgendwo hinzusetzen und einfach die Atmosphäre zu genießen. Wo ich gerade sitze, in der neu renovierten Bibliothek, fällt mir plötzlich ein, was Lenin in einem Telegramm an seine Schwester schrieb, alsbald er die Grenze überschritten hatte und in unserem Hotel übernachtete: "Ankunft am Montag um 23 Uhr. Informiere die Prawda. Uljanow (Anm.: Prawda war eine russische Zeitschrift, Uljanow einer von Lenins Vornamen)." 

Es war der 15. April 1917, der Tag, an dem Lenin und sein Gefolge auf dem Weg von den Alpen nach Haparanda kamen. Manche sagen, die Deutschen hätten ihm eine beträchtliche Summe Geld gezahlt, damit er nach Hause zurückkehrt und eine Revolution anzettelt, was sie im Nachhinein betrachtet vielleicht bereut haben. Lenin ging nach dem Aufenthalt im Stadshotell in seine Heimat und initiierte die weltberühmte Revolution. Im Wartesaal des Bahnhofs von Haparanda befindet sich eine blaue Tafel, die uns erzählt, wie Lenin hier in Haparanda Halt machte, bevor er die Grenze zum zaristischen Russland überquerte.

Nachhaltig, lokal, liebevoll
Essen ist etwas, das uns in Form von verschiedenen Geschmacksrichtungen, Aromen und Texturen glücklich macht. Unsere Philosophie in Bezug auf Lebensmittel geht Hand in Hand mit den großartigen Produkten, die wir überall um uns herum haben. Im Haparanda Stadshotell haben wir eine Reihe von Restaurants, von denen beispielswiese der Stadtkeller eine tolle Umgebung für eine Mahlzeit mit lokalen Spezialitäten wie Rentier, Elch, Schneehuhn, Felchen, Saibling ist.

In unserer historischen Umgebung bieten wir eine moderne Küche mit Zutaten aus unserer arktischen Region. Vom Brot über Gemüse, Fisch und Fleisch bis zu den Desserts; alles verarbeiten wir mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit und dem Willen, unsere lokalen Händler zu unterstützen. Ihre Liebe zu ihren Produkten und unsere Leidenschaft für das Kochen sind eine Zusammenarbeit, auf die wir sehr stolz sind.

Aufregender Mix aus Vergangenheit und Gegenwart
Lenin mag hier eine der Hauptattraktionen der Stadt gewesen sein, aber heute schreibt das Stadshotell mit Susanne Wallin und ihrem Team seine eigene Geschichte. Die öffentlichen Salons, darunter der Solennitetssalen, das Tornedalskabinett und der Grüne Salon, werden mit modernen, aber auch klassischen Möbeln neu belebt. "Wir sind ständig bemüht, neue Wege zu finden, um unsere Gäste zu begeistern und das Interesse an unseren Gerichten zu wecken, die wir mit einem Ziel vor Augen entwickelt haben: unseren Gästen Freude und Zufriedenheit zu bringen."

Hier finden Sie Reisen und Sehenswertes zum Artikel

Dieser Beitrag wurde geschrieben von:

Leon

Leon liebt das Reisen und bekommt nie genug davon, Neues zu entdecken. Seine Neugier lotste ihn schon bis nach Japan, Guatemala und auf die Fidschi-Inseln. Im hohen Norden aber fühlt er sich am wohlsten. Im Winter liebt er es, sich in der lappländischen Schneewelt der Natur hinzugeben. Im Sommer genießt der studierte Journalist besonders Schwedens einzigartige, maritime Küstenwelt. Schweden ist für Leon ein Kaleidoskop des Reisens: aufregend, abwechselnd, anders. Im Land der Mitternachtssonne erlebt er bei jeder Reise aufs Neue, was SchwedenPur bedeutet.


© 2022  |  created by vistabus.de
ImpressumDatenschutzCookie-Einstellungen