16.09.2022

Allrounder auf dem Eismeer

Die Fahrt auf einem Eisbrecher gehört für viele zu einem einzigartigen Erlebnis. Bei der Polar Explorer kommt noch eine aufregende Schiffshistorie hinzu. Der Höhepunkt ist der Sprung in die eiskalte See. Und wer Glück hat, beobachtet dabei die Nordlichter.

Die Polar Explorer hat eine lange und bewegte Geschichte hinter sich gebracht, ehe sie 2016 als Tourismus-Schiff in "Rente" ging. 1976 wurde sie in Hamburg als Schnoorturm als drittes Schiff einer Eisbrecher-Serie fertiggestellt.

Ein Mehrzweckschiff
Das Besondere war nicht nur das für die Zeit einzigartige Design. Die Polar Explorer war auch eines der ersten Mehrzweckschiffe. Sie war einsatzfähig sowohl für das offene als auch eisbedeckte Nordmeer. So konnte sie als Eisbrecher, aber auch als Versorgungs- und Schlepperschiff dienen. Ein echter Allrounder.

In ihren ersten vier Jahren war die Schnoorturm als Eisbrecher im Kieler Hafen unterwegs. 1981 wurde sie für vier Jahre nach Neufundland verkauft. Danach schipperte sie um die ganze Welt. Umgebaut wurde die Schnoorturm 1991 für einen speziellen Zweck: Im Arktischen Ozean lieferte sie Zement zum Füllen von Unterwasserrohren für die norwegische Ölindustrie.

Seit sechs Jahren im Bottnischen Meer
Doch seit nunmehr sechs Jahren firmiert sie unter dem Namen Polar Explorer im Bottnischen Meer und transportiert Passagiere aus der ganzen Welt. "Die meisten können sich überhaupt nicht vorstellen, einmal auf einem Eisbrecher zu fahren", sagt Cynthia Poblete von Polar Explorer Cruise. Die allermeisten Einbrecher werden nur zu industriellen oder Forschungszwecken eingesetzt.

Die Fahrt auf der Polar Explorer ist ein veritables Erlebnis. Zu sehen und zu hören, wie das fast 80 Meter lange Schiff die Eisdecke krachend durchschneidet, ist spektakulär. Das Highlight ist jedoch etwas Anderes: der Gang aufs Eis. Wenn die Eisdecke dick genug ist – was der Kapitän über die Bordcomputer überprüfen kann – wird die Brücke aufs Eis gelassen.

Sprung ins kalte Meer
Wer möchte, kann dann ums Schiff herumspazieren. Mitten auf dem Bottnischen Meer. Und wem das nicht genug ist, springt hinein. Ja, wirklich. Dazu verteilt die Schiffscrew sogenannte Überlebensanzüge. Diese halten die Passagiere warm und an der Wasseroberfläche. Mit an Bord ist immer auch ein Fotograf, der diesen Moment festhält.

Bei den Fahrten am Nachmittag, bei denen es früh dunkel wird, gibt es natürlich auch die Chance aufs Nordlicht. Dies ist die ultimative Erfahrung. Und so hat das Mehrzweckschiff von 1976 noch eine Aufgabe hinzubekommen: seinen Passagieren ein unglaubliches Lappland-Erlebnis zu schenken.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben von:

Leon

Leon liebt das Reisen und bekommt nie genug davon, Neues zu entdecken. Seine Neugier lotste ihn schon bis nach Japan, Guatemala und auf die Fidschi-Inseln. Im hohen Norden aber fühlt er sich am wohlsten. Im Winter liebt er es, sich in der lappländischen Schneewelt der Natur hinzugeben. Im Sommer genießt der studierte Journalist besonders Schwedens einzigartige, maritime Küstenwelt. Schweden ist für Leon ein Kaleidoskop des Reisens: aufregend, abwechselnd, anders. Im Land der Mitternachtssonne erlebt er bei jeder Reise aufs Neue, was SchwedenPur bedeutet.


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