02.08.2021

Annes Schweden - Teil 5: Danke, Dalarna!

Anne Götz liebt Schweden. Seit Jahren führt sie die Gäste von andersweg.reisen durch das aufregende Land. Nun reist sie hier privat - auf dem ersten großen Trip mit ihrem Freund Tim und dem gemeinsamen Sohn Neo.

Unsere Reiseleiterin Anne Götz und ihr Freund Tim sind im vergangenen Jahr Eltern des wunderbaren, kleinen Neo geworden. Nun erleben sie ihren ersten großen Familientrip - und nutzen ihre Elternauszeit für eine mehrwöchige Reise nach Schweden. Das Schöne: Sie nehmen uns mit! Wir begleiten den Weg der kleinen Dreier-Familie hier und auf unseren Sozialen Medien begleiten - mit vielen Fotos, Videos und Textbeiträgen. Heute geht es weiter nach Dalarna! Hier erlebte Anne ein einschneidendes Schweden-Erlebnis.

"Ich war schon ein paar Mal in Dalarna und dachte, dass ich die Region ganz gut kennen würde. Doch diesmal haben unsere Tage in Dalarna alle Erwartungen überragt. Und letztlich hat sich mein Bild von Schweden noch einmal geändert. Los ging es für uns im kulturell-malerischen Bereich. Denn Dalarna ist die Heimat von Schwedens zwei berühmtesten Malern: Carl Larsson (1853-1919) und Anders Zorn (1860-1920).

Wir haben an Führungen durch ihre Wohnhäuser teilgenommen – und das war wahrlich spektakulär. Besonders spannend war der unterschiedliche Lebensstil der beiden, die sich übrigens auch kannten. Carl Larsson war der totale Familienmensch. Er hatte sieben Kinder. Und in den Bildern, die man heute noch bei IKEA kaufen kann, werden diese immer wieder verewigt. In seinem Haus hatte ich das Gefühl, dass ich durch seine Gemälde spazieren gehen kann.

Kühlschrank-Bestellung aus den USA
Anders Zorn hingegen hatte gar keine Kinder. Dafür ganz viele Tiere. Außerdem war er ein sehr moderner Zeitgenosse. Er kaufte sich eines der ersten Telefone der ganzen Region – und bestellte auch einen Kühlschrank aus den USA. Als dieser vier Jahre nach der Bestellung auch tatsächlich ankam, stand Zorn allerdings vor einem anderen Problem: Die Stromversorgung rund um sein Grundstück war noch nicht durchgehend gewährleistet.

Dalarna ist in Schweden, aber auch über die Landesgrenzen hinweg, besonders auch für die Kupfermine in Falun bekannt. Denn hier stammt das Falunrot her. Jene Farbe, die die typischen Schwedenhäuschen ziert und weltweit bekannt gemacht hat. In Falun wird schon seit dem 9. Jahrhundert Kupfer abgebaut. Und auch wenn die Mine, die heute übrigens Weltkulturerbe ist, seit den 90er-Jahren geschlossen ist, konnten Tim, Neo und ich sie besichtigen. Ein tolles Erlebnis!

In Tradition mit der Königsfamilie
Es ging 67 Meter unter die Erde. Und es war eiskalt. Denn egal welche Temperatur über Tage herrscht. Hier unten sind es immer um die 5 Grad. Überall tropft Wasser. Wir mussten uns also sehr warm anziehen. Als der Guide einmal seine Grubenlampe ausgemacht hat, war es im wahrsten Sinne des Wortes stockduster. Man hat einfach nichts mehr gesehen. Wahnsinn! Vor uns war übrigens auch schon prominenter Besuch an selber Stelle. Es hat Tradition, dass die Mitglieder des Königshauses die Mine in Falun besuchen – und sich dort mit goldener Unterschrift verewigen!

Abgeschlossen wurde unser Dalarna-Abenteuer aber durch einen Trip in den Fulufjället-Nationalpark rund ums Fjäll-Gebirge in Idre. Das avancierte zu meinem persönlichen Highlight. Und ich verstand plötzlich, warum Schwedens Naturforscher Carl von Linné Dalarna den Beinamen „Schweden en miniature“ gab. Die Region hat schlicht alles, was dieses Land zu bieten hat (bis auf Stockholm und die wunderschöne Westküste vielleicht).

Absolute Wildnis, keine Zivilisation
Diese unglaubliche Dalarna-Weite. Man kann gefühlt aufs halbe Land hinabblicken. Es erscheinen einem nur Wälder, Berge und Seen. Absolute Wildnis, keine Zivilisation. Im Nationalpark gibt es gleich zwei spektakuläre Dinge zu besichtigen: einmal Schwedens höchsten Wasserfall und dann noch den ältesten Baum der Welt (was in erster Linie mit seinem uralten Wurzelgeflecht zu tun hat). An sich ist der „Old Tjikko“ gar nicht mal so spektakulär. Doch ist man erst mal zu ihm hinauf geklettert, hat man eine atemberaubende Aussicht. Das war für mich einmalig – und damit konnte nicht einmal der ebenfalls wunderschöne Wasserfall konkurrieren.

Dalarna war einfach wunder-, wunderschön. Und besonders toll für mich, weil ich hier diesmal ein ganz anderes Schweden kennenlernen durfte. Nicht nur das kulturelle Dalarna, das ich bisher schon kannte. Sondern auch ein Naturparadies in Schweden, das sich hier in Dalarna entfalten kann wie kaum woanders.

Im nächsten Teil nimmt uns Anne mit auf ihrer Weiterreise gen Lappland!

Dieser Beitrag wurde geschrieben von:

Anne

Fremde Orte haben sie schon immer fasziniert. Anne hat schon über 30 Länder bereist, ist mit dem Motorrad durch Vietnam gefahren, hat die Besonderheiten laotischer Saunas erkundet und gestrandete Pickup-Trucks über Indiens Berge geschoben. Skandinavien ist ihr bei ihren Reisen besonders ans Herz gewachsen. Nach dem Geschichts-Studium bringt sie ferner nun als Stadtführerin Interessierten die Stadt Köln näher.


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