Das Bosjökloster ist beinahe ein Jahrtausend alt.
22.04.2021

Ein Kloster für alle

Das Bosjökloster blickt auf eine fast 1000-jährige Geschichte zurück, die Besucher bis heute spüren können.

Maike Stegemann hat einen fabelhaften Arbeitsplatz. Von ihrem Büro aus guckt sie an einem Schloss vorbei aufs Wasser und bekommt meistens sogar noch warme Sonnenstrahlen im Gesicht ab. „Einen schöneren Ausblick kann ich mir kaum wünschen“, sagt sie. Besonders im Frühling. Wenn sie früh morgens zur Arbeit kommt und der Frost noch auf dem Gras schimmert. Dann geht die Sonne langsam auf und setzt das wunderschöne Bosjökloster in Positur. Ein Schloss, das hier seit fast 1000 Jahren steht.

Über 900 Jahre alt

Mitten im Herzen Skånes liegt das Kloster auf einer Halbinsel bei Höör, umgeben von zwei blau schimmernden Seen. Hier reiht es sich seit mehr als 900 Jahren ins typisch südschwedische Naturbild mit den grünen Wiesen und Wäldern ein. Von der Öresundbrücke sind es gerade einmal 45 Minuten Fahrtzeit.

Bis zur Reformation war das Schloss ein Benediktiner-Kloster. Von überall kamen Mädchen hierhin, die Nonnen werden wollten. Das Kloster erarbeitete sich schnell einen so guten Ruf, dass fortan viele wohlhabende Familien ihre Töchter auch der Bildung wegen nach Höör aufs Bosjökloster schickten. Zur Mitte des zweiten Jahrtausends musste man sich das Kloster wahrlich leisten können.

Im Besitz von wenigen Familien

Dann kam die Reformation – und das Kloster ging in den Besitz der dänischen Krone über. Im Jahr 1560 war das Interesse des dänischen Königs an Bosjökloster weitgehend verfolgen, da die Lage nicht optimal für ihn war, sodass er sich auf ein Geschäft mit der Geschäftsfrau Thale Ulfstand einließ. Sie war die erste private Besitzerin des Schlosses. Unglaublich: Über drei Jahrhunderte bliebt das Kloster in der Hand von mehr oder weniger zwei Familien. Bis es 1908 die Familie Bonde erwarb. Ihr gehört es bis heute. Und sie sorgte dafür, dass seit den 1960er-Jahren auch Besucher das Bosjökloster erkunden können.

Großteil von der Familie bewohnt

Das Schloss ist in Form eines „Ü“ konzipiert. Ein Großteil wird noch von der Familie selbst bewohnt. Und trotzdem können Besucher eine Menge entdecken: Sie haben Zugang zum alten Klostergewölbe, zu mehreren Ausstellungsräumen, dem Steinsaal - der damaligen Bibliothek der Nonnen und natürlich zur Kirche, die zwar zum Schloss gehört, allerdings extern verwaltet wird.

Historisch sind aber nicht nur die altertümlichen Gemäuer des Bosjöklosters. Besonders der weitläufige Außenbereich lockt jährlich Tausende Besucher und Touristen an. Sie können hier durch den Park flanieren, in dem eine 1000-jährige Eiche steht – eine der ältesten Europas. Zudem gibt es einen Kräuter- und Rosengarten, einen Pier am See und vieles, vieles mehr. „Für Besucher“, verrät Maike Stegemann, „ist die Bank im Rosengarten ein echter Geheimtipp. Von hier aus hat man einen tollen Blick aufs Schloss.“

Im Bosjökloster ist so viel besonders. Da ist zum einen die gut dokumentierte Historie, zum anderen der Aspekt, dass sich das Kloster selbst finanziert und nicht staatlich subventioniert wird. Ein großes Unikum ist aber zweifelsohne, dass das Schloss und das Programm Menschen aus allen Generationen anspricht. Kinder können sich auf dem Spielplatz austoben, Alpakas, Lamas und Ponys im Park streicheln. Familien können am See picknicken und anschließend eine Runde auf dem See rudern. Ferner bietet das Schloss Events über das ganze Jahr an: Dann ist das Bosjökloster Gastgeber für Konzerte, Märkte oder Kunstausstellungen. Wer möchte, kann sich in exklusiven Führungen das Schloss zeigen und die ganze Geschichte erzählen lassen.

Torte als Café-Highlight

Aufgrund der Pandemie sind diese Gruppenbuchungen vorerst ausgesetzt. Auch Konferenzen und Hochzeiten, die hier normalerweise gefeiert werden, sind im Rahmen von Corona zuletzt entfallen. „Wir haben jedoch Glück, dass unser Außengelände sehr groß und weitläufig ist“, erzählt Maike Stegemann. „So konnten wir zur Hauptsaison unsere Tagesgäste größtenteils “normal" begrüßen.“ Wohl kein Besucher kommt am hauseigenen Café und Restaurants des Bosjökloster drumherum. Hier bietet die Besitzerfamilie verschiedene Mittagsgerichte. Immer mit dem Fokus auf lokale Produkte. Die Spezialität des Hauses ist aber die Bosjökloster-Torte. Ein traditionelles Familienrezept der Bondes für eine Schokoladentorte mit einer leichten Kaffeenote.

Wer hier sitzt und ein Stück dieser köstlichen Torte probiert, schaut auf das pittoreske Schloss. Auf den wunderschönen Garten. Aufs blaue Wasser. Und wird spätestens jetzt verstehen, warum das Bosjökloster mit all seinen Facetten einer der schönsten Arbeitsplätze ist, den sich Maike Stegemann nur vorstellen kann.

Noch mehr Informationen über das wunderschöne Bosjökloster findet ihr auf der Website, die übrigens auch auf Deutsch angeboten wird.

Dieser Beitrag wurde geschrieben von:

Leon

Leon, 25 Jahre, liebt das Reisen und bekommt nie genug davon, Neues zu entdecken. Seine Neugier lotste ihn schon bis nach Japan, Guatemala und auf die Fidschi-Inseln. Im hohen Norden aber fühlt er sich am wohlsten. Im Winter liebt er es, sich in der lappländischen Schneewelt der Natur hinzugeben. Im Sommer genießt der studierte Journalist besonders Schwedens einzigartige, maritime Küstenwelt. Schweden ist für Leon ein Kaleidoskop des Reisens: aufregend, abwechselnd, anders. Im Land der Mitternachtssonne erlebt er bei jeder Reise aufs Neue, was SchwedenPur bedeutet.


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