26.05.2020

Made by Sara

Ihr Job ist das, was man auf der ganzen Welt kennt: schwedisches Glas. Die 35-jährige Sara Blomqvist vereint Handwerk mit Kunst und ist seit jeher fasziniert von der smalåndischen Spezialität, Glas herzustellen.

In Sara Blomqvists Kindheit gab es diesen einen Tag, der ihr ganzes Leben prägen sollte. Sie fuhr an jenem Tag mit ihrer Großmutter nach Sölvesborg, am westlichsten Rand der Provinz Blekinge. Dort besuchten die beiden Anette, die eine kleine Glashütte unterhielt. „Bis dahin wusste ich gar nicht, dass man das als Beruf ausüben konnte“, sagt Blomqvist. Als sie aber aus der kleinen Glashütte wieder hinausging, war sie überzeugt: Das wird eines Tages mein Beruf sein. 

Heute ist Sara Blomqvist 35 Jahre und steht jeden Morgen um 6.30 Uhr auf. Der anstrengende Arbeitstag als Glasbläserin beginnt früh. Ihr Job ist unkonventionell und vielfältig zugleich. Derzeit stellt Blomqvist Bier-, Wein- und Schnapsgläser her und produziert ganze Serien für namhafte Firmen. Seit 2017 arbeitet sie bei Kosta Boda.

Kosta ist Zentrum des Glasreichs
Für das Traditionsunternehmen war sie bereits in den 2000er-Jahren tätig. Kosta ist nach Växjö das Zentrum des sogenannten Glasreichs – Smålands globaler Exportschlager und gleichzeitig ein populärer Touristenmagnet. Jedes Jahr strömen Besucher aus der ganzen Welt in die Glashütten, um den Bläsern bei der Produktion der typisch schwedischen Glaskunst zuzuschauen.

Das Glasriket – so heißt es auf Schwedisch – geht bis ins 17. Jahrhundert zurück, als in Småland die erste Hütte entstand. „Hier war der perfekte Ort. Denn früher wurden die Öfen durch Holzverbrennung betrieben. Und Småland war eben voller Wald“, erklärt Blomqvist. „Seitdem hat sich eine große Tradition an Glasarbeitern und Wissen gebildet, was bis heute von Generation zu Generation weitergegeben wird.“

Sara begann 2001 mit der Ausbildung
Doch auch die Tradition wandelt sich. So gibt es die Schule in Kosta, in der Sara Blomqvist ihre Ausbildung 2001 begann, heute gar nicht mehr. Früher war es ferner üblich, den größten Teil des Arbeitslebens in einer Hütte zu verbringen. Auch dies hat sich geändert. „Die Glasindustrie ist in ständiger Bewegung“, sagt Blomqvist. „Aber es hat auch was Positives, in unterschiedlichen Hütten zu arbeiten. Denn jede hat ihre unterschiedliche Spezialität, sodass man sein Wissen immer erweitern kann.“ Dennoch weiß auch die junge Glasbläserin: „Es ist unmöglich, alles über die Glasherstellung zu lernen. Dafür gibt es einfach viel zu viele Techniken.“ 

Die Kollegen in ihrer Werkstatt geben ein buntes Bild ab und kommen aus allen Altersschichten. Die Glasbläserei ist bis heute ein fester Bestandteil der småländischen DNA. Sie schafft die Gratwanderung zwischen Tradition und Moderne. Aktuell produziert Blomqvists Werkstatt beispielsweise auch Schalthebelknöpfe für den Autohersteller Volvo. „Das Handwerk hat zu allen Zeiten existiert und das wird sicherlich auch in Zukunft so sein“, sagt Sara Blomqvist.

Ihre Faszination für das Glas hat sie bis heute nie verloren. Blomqvist liebt ihren Job, der ein perfekter Mix aus Handwerk und Kunst ist. Das wusste sie schon, als sie damals das erste Mal in Anettes kleiner Glashütte in Sölvesborg war.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben von:

Leon Weiß

Leon, 25 Jahre, liebt das Reisen und bekommt nie genug davon, Neues zu entdecken. Seine Neugier lotste ihn schon bis nach Japan, Guatemala und auf die Fidschi-Inseln. Im hohen Norden aber fühlt er sich am wohlsten. Im Winter liebt er es, sich in der lappländischen Schneewelt der Natur hinzugeben. Im Sommer genießt der studierte Journalist besonders Schwedens einzigartige, maritime Küstenwelt. Schweden ist für Leon ein Kaleidoskop des Reisens: aufregend, abwechselnd, anders. Im Land der Mitternachtssonne erlebt er bei jeder Reise aufs Neue, was SchwedenPur bedeutet.


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